Beckettstudien, Stichpunkte

Beckettstudien: (Stichpunkte / Fragmente)
Disjecta: Miscellaneous Writings and a Dramatic Fragment: Horaz: [disiecti membra poetae]. Berkeley: [disjecta membra] zerstreute Glieder: Beckett setzt philosophisch-erkenntnistheoretische Probleme in ein ästhetisches Raster: Dualismus zwischen Körper und Geist (Descartes, Geulincx); ontologische und erkenntnistheoretische Ungewißheit (Berkeley und Frühromantik).
Beckett: Wenn sich der Gegenstand meiner Romane in philosophischen Begriffen ausdrücken ließe, hätte ich keinen Grund gehabt, sie zu schreiben.
Three Dialogues (Beckett, Berkeley): Cogito, (Existo?), ergo sum. Und: Esse est percipi.
Not I: [Beckett]: Ich = Nicht Ich [Fichte]: Satz der Identität, A = A: Jean Paul und Beckett: das potenzierte Subjekt: [der Autor als deus ex machina]
[Die meisten Sprachen unterscheiden terminologisch nicht zwischen Sprache und Vernunft. Schelling]
Aussagesatz: Subjekt, Objekt, Prädikat:
Watt: 12. Mr Knott was not responsible for the arrangement, but knew that he was responsible for the arrangement, but did not know that any such arrangement existed, and was content.
[Und] im Aussagesatz ist es, daß ich einen Sachverhalt als wahr behaupten kann. Ich behaupte etwas als wahr, indem ich ein Prädikat für einen Wahrheitskandidaten ausersehe in bezug auf Etwas, dem ich es beilege. Zeichnung: [Subjekt, Objekt, (Prädikat?)]: Die Vernunft teilt sich mit in der Rede, als logische Verknüpfung von Aussagen. [Sprache, – lógos -, nicht nur propositional verfaßt sondern auch und eben darum schöpferisch oder, wie die Griechen sagen: poetisch (poietikós: schöpferisch) Schelling]: Sie bringt eine Welt hervor: [lógos poietikós] Dem schöpferischen Dichterwort stehen die Sätze der Wissenschaft im Verhältnis bloßer Abkünftigkeit; sie sind nur der Niederschlag vorgängiger, schöpferischer Welterschließung durch das (Dichter)Wort. Die Sinn-Erschließung im Kunstwerk und die Wirklichkeitsentdeckung im Aussagesatz: Le sapeur! Il n’existe pas!
Fragment: Aus Ungenügen, nur Sektoren darzustellen, wird (im Einzelnen) alles dargestellt, also nichts Bestimmtes mehr. [Nur durch Beziehung aufs Unendliche entsteht Gehalt und Nutzen… Eines für sich allein genommen treibt auf den Irrtum zu: Irrtum ist unvollständige Wahrheit. Friedrich Schlegel] Nochmal Watt (verkürzt): Twelfe possibilities occurred to Watt, in this connexion: [1 – 12:] Mr Knott was, was not, but was, he knew who, nor knew who, but did not know who was responsible for the arrangement.
Nur das Ganze ist real: [Nur das Ding wäre absolut real, das nicht wieder Bestandteil wäre: kein Denken aus einem Prinzip, welches die Fragmente zu einem System vernetzt. Friedrich Schlegel]
Isolierte Teilstücke – verschiedene Straßen – Landkarte.
Y a-t-il des secteurs qui t’intéressent particulièrement? Ou rien que le tout? – Tout.
[Reflexionsflächen]: Fotografie – elektronische Musik
[Materialpräparation]: Studien – Fragment
Allegorie – Metapher – Allusion:
[Joyce: Epos – Tafelbild] [Beckett: Verdichtung – Fragment]
[An-deuten (auch be-deuten) steht auf der Seite nicht des Sagens, sondern des Zeigens. Wittgenstein] […dies indirekt-andeutende Sprechen, mit welchem anderes gemeint als gesagt wird. Allegorie: Sie meint, indem sie Sagbares ausspricht, das Unaussprechliche. Friedrich Schlegel] Das Scheitern gewollt: Studien: [Zeichnung und Sprache: Wort(fragment): Sprache? Wort(fragment): Zeichnung?]
Die Wahrheiten, (sie treten im Plural auf), zu deren Entdeckung die Wissenschaften geschickt sind, tragen das Mal der Vergänglichkeit. [Die Odyssee ist heute nicht weniger schön als vor 2500 Jahren; dagegen würde kein Wissenschaftler sich heute eine überholte Position zu eigen machen.]
Der semantische Raum der Zeichnung ist definiert.

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